Ich habe die Initiative „Gegen Masseneinwanderung“ umganssprachlich Masseneinwanderungsinitiative (kurz MEI) abgelehnt. Und nun schnellt mein Blutdruck regelmässig in Regionen, die nicht gesund sein können. Warum?

Weil viele Mitbürger und Miteinwohner der Schweiz plötzlich so tun, als ob die Schweiz dieses Wochenende zu einen rassistischen Land wurde. Man schaue sich nur an, was auf Twitter abgeht: #MEIKommt mal runter! Ihr kennt doch das Land. Es ist doch jeden, der hier lebt hoffentlich klar, was nach so einer Abstimmung folgt: Nun muss das Parlament die Verfassungsänderung umsetzten. Dabei werden die von UNS gewählten Parteien darüber entscheiden, wie dies geschieht. Dabei ist zu erwarten, dass die SP nach wie vor Links ist, die Grünen grün… Dies weiss (hoffentlich?) jeder erwachsene Schweizer – und er hat es während des Abstimmens bedacht. Wir könnten nun darüber diskutieren, ob und welche der Menschen in diesem Land dumm sind – aber haben wir das nötig? Oder akzeptieren wir, dass eine knappe Mehrheit der stimmenden Bevölkerung für MEI war?

Liebe Miteinwohner dieses Landes, die Ihr aus welchen Gründen auch immer auf den CH-Pass verzichtet (oder verzichten müsst). Ihr seid nicht weniger geliebt als am Freitag. Ihr müsst nicht damit rechnen, in Viehwagen gesteckt zu werden (um dem zu oft gehörten Nazi-Vergleich zu benutzen). Ja, wir Schweizer sind manchmal ganz schön reserviert – aber das ist genau so unsere Eigenart, wie das „Grüezi“ oder die Berge. Liebe Deutsche, es ist nun mal so, dass in der Schweiz: „Ich kriege ein Bier“ als unhöflich gilt. Da müsst Ihr ebenso damit umgehen können, wie damit, dass das Hochdeutsch mancher Schweizer zum schreien ist.  Wenn Ihr angenommen sein wollt, so seid doch bereit, uns kennenzulernen. Lasst euch die Schweiz erklären, statt zu glauben, sie zu kennen. Sucht euch einen Verein, in dem Ihr mitmacht und zeigt dort, dass Ihr nette Menschen seid.

Schweizer: Auch Ausländer sind Menschen und ebenso verschieden wie die Schweizer. Auch wenn euch Hochdeutsch als Arogant erscheint – gebt den Menschen eine Chance. Lernt sie kennen!

Ob diese Abstimmung nun gut oder schlecht war, diskutieren wir am besten in 10 Jahren bei einem leckeren deutschen Bier! Es wir sich zeigen, was daraus wird – die Abstimmung ändern können wir eh nicht mehr.

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